Serbien

Serbien – das Zentrum des Balkans
Serbien gilt als zentraler Staat auf der südosteuropäischen Balkanhalbinsel und hat aufgrund seiner Geschichte während der Zerfalls von Jugoslawien einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Die ehemalige jugoslawische Hauptstadt Belgrad ist heute die Hauptstadt von Serbien.

Zwischen Tiefländern und Gebirgszügen – die Geographie Serbiens
Das Landschaftsbild von Serbien wird von zwei Typen geprägt. Dabei handelt es sich einerseits um die nördlich gelegene Vojvodina mit ihren fruchtbaren Tiefländern sowie um die Regionen in Zentralserbien und im Kosovo, die in erster Linie durch Gebirgszüge charakterisiert werden. Südlich der Donau-Save-Linie findet man die Region Šumadija, in welcher das zentralserbische Hügelland gelegen ist. Im Anschluss daran kann man die Mittelgebirge entdecken. In einigen Regionen Serbiens befinden sich Gipfel mit einer Höhe von mehr als 2000 m. Der größte Berg des Landes ist die 2656 m hohe Đeravica im Kosovo.

Von den Anfangstagen bis in die Gegenwart – die serbische Geschichte
Die ersten historischen Fakten im Bezug auf Serbien gehen auf das Jahr 600 zurück, als die Županen im heutigen serbischen Staatsgebiet an der Macht waren. Nach der Verwüstung durch Ungarn hatte schließlich Byzanz die Führungsrolle eingenommen. 1459 folgte die Eroberung durch die Osmanen, die 1804 mit der Befreiung Serbiens ein Ende fand. Neun Jahre später gelang es den Osmanen jedoch, das Land wieder für sich zu gewinnen. Erst 1867 konnte Serbien sich unter der Führung des Fürsten Mihailo Obrenovic endgültig von der osmanischen Herrschaft befreien. 1882 wurde aus dem Fürstentum ein Königreich. Eine wichtige Rolle in der Geschichte Serbiens spielten die Balkankriege in den Jahren 1912 gegen das Osmanische Reich und 1913 gegen Bulgarien. Im Ersten Weltkrieg war Serbien mit England und Frankreich verbündet. 1929 kam es zur Entstehung Jugoslawiens. Der Zweite Weltkrieg wurde im Vielvölkerstaat maßgeblich von der Auseinandersetzung zwischen den Partisanen und der Monarchie geprägt. 1991 zerbrach Jugoslawien, und Serbien führte diverse Kriege mit anderen ehemaligen jugoslawischen Staaten. Heute ist Serbien eine Parlamentarische Republik und steht seit 2004 unter der Führung des Staatsoberhauptes Boris Tadic.

Zwischen Tradition und Moderne – die serbische Musik
Folklore-Tänze gehen in Serbien auf eine jahrelange Tradition zurück. Es ist keine Seltenheit, dass jüngere und ältere Menschen einen Teil ihrer Freizeit in einer Folklore-Gruppe verbringen und die einstudierten Tänze auf irgendwelchen Veranstaltungen vorführen. Das wichtigste Instrument in dieser Art von Musik ist das Akkordeon, und ein weiteres charakteristisches Merkmal der folkloristischen serbischen Musik ist der Sechs-Achtel-Takt. Inzwischen haben sich zahlreiche serbische Künstler auch in der modernen populären Szene einen Namen gemacht. Einen großen Anteil an dieser Tatsache hatte der Sieg beim Eurovision Song Contest 2007, als Marija Serifovic mit dem Titel „Molitva“ den Wettbewerb für sich entscheiden konnte.